Warum Bilder und Skulpturen in der Klinik?

Thesen für Kunst und eine Galerie im Krankenhaus

C. Diehm

Die Weltgesundheitsorganisation - WHO - definiert Gesundheit wie folgt: „Gesundheit ist ein Zustand völligen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit...“

Die Bedeutung von Gesundheit ergibt sich also nicht nur aus naturwissenschaftlich medizinischer Sicht, sondern wesentlich auch aus den Perspektiven der Künste und der Literatur, der Philosophie und der Theologie.

Kunstwerke werden von vielen Experten als Begleiter im Heilungsprozess angesehen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Kunst heilen kann. Kunst soll versöhnen, trösten und aufmuntern.

Künste besitzen therapeutische Potenzen. Was liegt also näher, als Kunst zu denen zu bringen, die jede Hilfe brauchen können, um an Leib und Seele zu gesunden.

Die Kunst kann dazu beitragen im positiven Sinn therapeutisch auf den Patienten zu wirken. Der Patient ist aus seinem gewohnten Lebensraum herausgerissen und leidet unter dem Verlust der häuslichen Geborgenheit. Die Begegnung mit der Kunst mag dazu beitragen, diesen Entzug zu kompensieren, da die ästhetische Wahrnehmung eine Stabilisierung der seelischen Verfassung ermöglicht.

Das Kunstwerk soll zum sinnlichen Erlebnis werden. Bilder und Skulpturen im Krankenhaus sollen nicht nur schmücken, sie sollen auch „wirken“. Jedes Bild, jede Skulptur kann ein Ausgangspunkt für eine Reise in die eigene Innenwelt sein. Wir meinen, dass der innere Dialog mit einem Kunstwerk „seelische Wogen“ glätten kann. Wir glauben an die heilende Kraft von Bildern und Skulpturen. Sie bewirken medizinisch und psychosomatisch mehr als Gummibäume.

Kunst im Krankenhaus sollte nicht eine Seltenheit, sondern eine Selbstverständlichkeit sein.

Die Auseinandersetzung mit dem Kunstobjekt bietet sich als Alternative zum reizarmen und einsamen Klinikalltag an.

Die vom Patienten häufig als beängstigend empfundene medizinische Technologie soll durch die Präsenz von Kunst abgemildert werden.

Die Sensibilisierung der Sinne durch das Ästhetische betrifft auch die besorgten Angehörigen sowie die Ärzte und das Personal, deren Arbeitsbelastung oftmals extrem hoch ist.

Es sind nicht nur Bilderausstellungen angedacht, sondern auch Skulpturenausstellungen. Insbesondere der Dachgarten des neuen Bettenhauses bietet eine Ideale Kulisse für Skulpturenausstellungen.

Kunst ist aber auch für die Angestellten da. Sie sind das „humane Kapital“ einer Klinik. Kunst soll für sie ein Ausgleich zu oft extrem hohen Arbeitsbelastungen sein.

Kunstwerke können die Stimmung der Menschen am Arbeitsplatz günstig beeinflussen.

Kunst dient aber auch der Imagepflege eines Unternehmens. Dies gilt sicher nicht nur in Banken und Industrieunternehmen, sondern auch für Kliniken.

Auch für Künstler sind Ausstellungen in Kliniken von Interesse. Für Sie eröffnet sich in der Klinik die Chance ein größeres Publikum zu erreichen, das sonst keine Kunstausstellungen besucht. Kliniken sind ideale Orte der Kunstpräsentation.

Aus diesem Grunde wurde der Verein KiK_LA e.V. (Kunst im Klinikum Langensteinbach) gegründet.

Die Vorstandsmitglieder sind: Vorsitzender: Prof. Dr. med. Curt Diehm, Stellvertretender Vorsitzender Prof. Axel Heil, Schriftführer: Dr. med. Josef Kütscher, Schatzmeister: Heike Ruck.

Informationen erhalten Sie bei:

Heike Ruck, Tel. +49 (0) 72 02 / 61 - 35 11

Email: Heike.Ruck@kkl.srh.de

Ohne Titel von Joachim Czichon>

Bild: Ohne Titel von Joachim Czichon

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